Don Divo Barsotti

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sexta-feira, 24 de dezembro de 2010

Ven. Pius XII : Wenn uns also die Kirche gebietet, den unter den Schleiern der Eucharistie verborgenen Christus anzubeten und von ihm jene himmlischen und irdischen Gaben zu erbitten, deren wir unaufhörlich bedürfen, so bringt sie damit den lebendigen Glauben zum Ausdruck, kraft dessen sie ihren göttlichen Bräutigam unter diesen Schleiern gegenwärtig weiß, ihm ihre Dankbarkeit bezeugt und sich der innigsten Vertrautheit mit ihm erfreut.


 

314. Die eucharistische Speise enthält, wie bekannt, „wahrhaft, wirklich und wesentlich den Leib und das Blut zugleich mit der Seele und mit der Gottheit unseres Herrn Jesus Christus“122Darum ist es nicht zu verwundern, wenn die Kirche von Anfang an den Leib Christi unter den Gestalten des Brotes angebetet hat, wie das schon aus den Riten des hochheiligen Opfers selbst hervorgeht; diese schreiben nämlich den Verwaltern der heiligen Geheimnisse vor, daß sie durch Kniebeugungen oder tiefe Verneigungen das heiligste Sakrament anbeten.

Die heiligen Konzilien lehren als Überlieferung der Kirche von ihren Anfängen an, daß sie „mit einer Anbetung das fleischgewordene Wort Gottes samt seinem Fleische“123verehrt; auch der heilige Augustinus beteuert: „Niemand ißt von diesem Fleische, ohne es vorher angebetet zu haben“, und er fügt hinzu, daß wir nicht bloß keine Sünde begehen, wenn wir es anbeten, sondern daß wir vielmehr sündigen, wenn wir es nicht anbeten124
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315. Entstanden aus diesen Lehrgrundsätzen, hat sich der eucharistische Anbetungskult, der von der heiligen Opferfeier zu unterscheiden ist, nach und nach entwickelt. Die Aufbewahrung der heiligen Gestalten für die Kranken und alle jene, die in Todesgefahr geraten können, führte zum löblichen Brauche, dieses himmlische, in den Kirchen aufbewahrte Brot anzubeten. Dieser Kult der Anbetung beruht auf einem starken und festen Grunde. Die Eucharistie ist ja sowohl Opfer wie auch Sakrament und unterscheidet sich von den anderen Sakramenten dadurch, daß sie nicht bloß die Gnade mitteilt, sondern den Urheber der Gnade selbst in fortdauernder Weise enthält. Wenn uns also die Kirche gebietet, den unter den Schleiern der Eucharistie verborgenen Christus anzubeten und von ihm jene himmlischen und irdischen Gaben zu erbitten, deren wir unaufhörlich bedürfen, so bringt sie damit den lebendigen Glauben zum Ausdruck, kraft dessen sie ihren göttlichen Bräutigam unter diesen Schleiern gegenwärtig weiß, ihm ihre Dankbarkeit bezeugt und sich der innigsten Vertrautheit mit ihm erfreut.

316. Im Laufe der Zeit hat die Kirche verschiedene, gewiß immer schönere und heilbringendere Formen eingeführt, so z. B. fromme und tägliche Besuchungen beim heiligen Tabernakel, den rituellen Segen mit dem heiligsten Sakrament, feierliche Prozessionen durch Städte und Dörfer, besonders anläßlich der eucharistischen Kongresse, und die Anbetung vor dem öffentlich ausgesetzten Allerheiligsten. Diese öffentliche Anbetung erstreckt sich zuweilen auf kurze Zeit, manchmal ist sie auf Stunden und auch auf vierzig Stunden ausgedehnt; mancherorts wird sie abwechselnd in den einzelnen Kirchen das ganze Jahr hindurch fortgesetzt, anderswo bei Tag und auch bei Nacht durch religiöse Genossenschaften immerwährend durchgeführt und nicht selten nehmen auch die Gläubigen daran teil.

317. Diese Übungen der Frömmigkeit leisteten einen wirksamen Beitrag zum Glauben und zum übernatürlichen Leben der streitenden Kirche auf Erden, die auf diese Weise gewissermaßen ein Echo gibt auf den Lobeshymnus, den die triumphierende Kirche immerdar singt vor Gott und dem Lamme, das geschlachtet wurde125Daher hat die Kirche diese im Lauf der Jahrhunderte überall verbreiteten Andachten nicht nur gebilligt, sondern sich zu eigen gemacht und mit ihrer Autorität bestätigt126Sie entstammen dem Geiste der heiligen Liturgie und tragen zweifellos sehr viel bei zum liturgischen Leben, sofern sie mit gebührender Würde und in jener Gesinnung des Glaubens und der Frömmigkeit gehalten werden, wie sie die heiligen Riten und Vorschriften der Kirche fordern.

318. Man kann auch nicht behaupten, daß durch diesen eucharistischen Kult der historische Christus, wie man sagt, der einst auf Erden lebte und der im heiligsten Altarssakrament gegenwärtig ist, mit dem glorreich im Himmel triumphierenden und gnadenspendenden Christus verwechselt und vermischt werde; man muß im Gegenteil betonen, daß auf diese Weise die Christen den Glauben der Kirche bezeugen und feierlich bekennen, wonach das göttliche Wort und der Sohn der Jungfrau Maria, der am Kreuz gelitten hat, der in der Eucharistie verborgen gegenwärtig ist und der im Himmel droben herrscht, ein und derselbe Christus ist. So sagt der heilige Johannes Chrysostomus:  „Wenn du dies (den Leib Christi) dir vorgestellt siehst, so sag zu dir selbst: Diesem Leibe verdanke ich es, daß ich nicht mehr Erde und Asche bin, nicht mehr gefangen, sondern frei; um dessentwillen hoffe ich, den Himmel und die dort mir hinterlegten Güter zu erlangen, nämlich das unsterbliche Leben, das Lob der Engel, den Umgang mit Christus; dieser Leib, von Nägeln durchbohrt, mit Geißeln zerschlagen, ward nicht Beute des Todes; es ist jener Leib, der blutentstellt war, von der Lanze durchstochen, aus dem zwei heilbringende Quellen strömten Blut und Wasser ... Diesen Leib schenkte er uns, daß wir ihn halten und daß wir ihn essen: ein Werk tiefster Liebe“127

319. Besonders lobenswert ist die Gepflogenheit, daß viele beim christlichen Volke eingebürgerte Andachten ihren Abschluß finden mit dem Ritus des eucharistischen Segens. Es ist ein herrlicher und segensreicher Brauch, daß der Priester, während die Menge der Christen sich tief verneigt, das Brot der Engel zum Himmel hebt, nach der Vorschrift ein Kreuz zeichnet und dabei den himmlischen Vater anfleht, er möge gnädig niederschauen auf seinen aus Liebe zu uns gekreuzigten Sohn und um seinetwillen und durch ihn, der unser Erlöser und Bruder werden wollte, seine himmlischen Gaben auf jene herabströmen lassen, die das makellose Blut des Lammes erlöst hat128

320. Trachtet also, ehrwürdige Brüder, mit der höchsten euch kennzeichnenden Sorgfalt danach, daß die Kirchen, die durch den Glauben und die Frömmigkeit der christlichen Generationen im Laufe der Jahrhunderte erbaut wurden, wie ein immerwährender Hymnus der Huldigung an den allmächtigen Gott und als ehrwürdige Wohnung unseres unter den eucharistischen Gestalten verborgenen Erlösers, nun auch möglichst zahlreichen Gläubigen offen stehen, die, zu Füßen unseres Heilandes versammelt, seine traute Einladung vernehmen Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken129Mögen es wirklich Gotteshäuser sein, wo alle, die bittend eintreten, sich der Gewährung aller erbetenen Wohltaten erfreuen130und himmlischen Trost erlangen.

Nur so wird es geschehen können, daß die gesamte Menschheitsfamilie endlich zu Ordnung und Frieden komme, und daß sie einmütigen Geistes und Herzens das Lied der Hoffnung und der Liebe singe: „Guter Hirt, du wahres Brot, - Jesus, erbarm' dich unsrer Not! - Weide uns, sei uns Behüter, - zeig' uns deine ewigen Güter - im Lande der Lebendigen“131